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Friedenstdienst in Uganda: Elisabeth Heisters Reisetagebuch

Aktuell

Elisabeth Heisters aus Westerburg steht am Ende ihres 13monatigen EIRENE-Friedensdiensts in Uganda. Gabi Weber unterstützt sie dabei, dafür lässt uns Elisabeth Heisters an ihren Erlebnissen in einer völlig anderen Welt teilhaben. Abschließend blickt sie auf ihre Reisen auf dem afrikanischen Kontinent zurück:

Mein Jahr in Uganda - Reisetagebuch

„Da ist man einmal in Afrika…“ – Ich möchte zwar irgendwann wiederkommen, um meine Freunde hier zu besuchen, aber wer weiß, wann und ob das klappt. Auf jeden Fall wollte ich die Zeit hier nutzen und möglichst viel sehen. Und so bin ich in diesem Jahr doch recht viel in Uganda herumgekommen.

Entebbe liegt etwas südlich von der Hauptstadt Kampala, direkt am Viktoriasee. Dort liegt der internationale Flughafen Ugandas, entsprechend bin ich dort angekommen. Später war ich dort noch einmal um meinen Freund vom Flughafen abzuholen und wieder hinzubringen sowie mit Freunden am Wochenende. Es gibt einen großen botanischen Garten und einen Zoo.

Entebbe ist nicht zuletzt wegen des Flughafens sehr fortschrittlich, man fühlt sich wie in Europa und auch Shopping Malls, Restaurants und Souvenirshops sind sowohl atmosphärisch als auch preislich europäischen Verhältnissen angepasst.

Kampala ist die Hauptstadt Ugandas. Sie liegt im Süden, ebenfalls nah am Viktoriasee. Mit mehr als 1,5 Mio Einwohnern ist Kampala die größte Stadt Ugandas. Ursprünglich auf sieben Hügeln erbaut, erstreckt sie sich jetzt über eine Fläche von ca. 195 km² und (soweit ich mich recht erinnere) über 25 Hügel. In meinem ersten Monat hier habe ich in einer Gastfamilie im nördlichen Kampala gewohnt. Unser Sprachkurs hat jedoch eher zentral stattgefunden, weshalb ich jeden Tag gut eine Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin fahren musste. Der Verkehr ist furchtbar und man steht ständig im Stau. Da ich sowieso kein Großstadtfan bin, hat Kampala mir nicht besonders gut gefallen, es ist einfach zu laut, zu hektisch und zu voll. Ein besonders gutes Beispiel dafür sind die Taxiparks. Sobald man allerdings aus dem Zentrum heraus kommt, wird es sehr schnell recht grün, denn selbst in den Städten haben viele Leute einen Garten, in dem sie Nahrungsmittel anbauen. Natürlich gibt es auch sehr verschiedene Gegenden, z.B. wohnen in Kololo sehr viele Reiche, Regierungsmitarbeiter und Botschafter. Immer wieder bin ich durch Kampala gefahren bzw. auch dort gewesen, und obwohl es dort schöne Orte und nette Menschen gibt, war ich jedes Mal froh, wenn ich wieder draußen war.

Masaka liegt rund 130km südwestlich von Kampala. Es ist als meine ugandische Heimatstadt mein Lieblingsort. Ich kenne mich relativ gut aus, kenne viele Leute und noch mehr Leute kennen mich. Auch wenn es nicht viel zu sehen gibt, schöne Plätze gibt es überall, und hier weiß ich wo. Es für Touristen vielleicht nicht das Beste, aber es ist ein guter Ort zum Leben. Masaka ist eine kleine Stadt mit weit verstreuten „Vororten“, unter denen Nyendo sogar größer ist als „Masaka Town“, aber weniger hohe Gebäude hat. Es gibt eine ziemlich coole Gemeinschaft mit vielen Weißen, die hier wohnen, und einigen Ugandern, mit denen wir uns öfter mal zu Spieleabenden und anderen Events treffen. Da ich sehr zentral in der Stadt wohne, kann ich fast überall hinlaufen und brauche auch zum CRO nicht weit zu gehen. Insgesamt fühle ich mich hier sehr wohl.

Der Lake Nabugabo ist ein kleiner See, der zwischen Masaka und dem Viktoriasee liegt, ca. 45 Minuten Fahrt von hier. Ich war dort schon relativ oft, weil man aus Mangel an Alternativen mit den meisten Besuchern dorthin fährt. Es ist zwar nicht spektakulär, aber schön dort, zum Entspannen, Kartenspielen, Picknicken, Geburtstagfeiern und für den ein oder anderen auch zum Schwimmen, denn der See ist angeblich bilharziosefrei.

Jinja ist eine recht touristische und fortschrittliche Stadt nordöstlich von Kampala. Sie liegt am Viktoriasee und an der berühmten Nilquelle. Ich war dort im Oktober letzten Jahres zusammen mit meiner Mitfreiwilligen Astrid. Es war sehr schön und eigentlich wollte ich auch gerne noch einmal hin. Außerdem gibt es in Jinja auch einen CRO-Zweig.

Mbarara liegt im Südwesten Ugandas. Man fährt auf dem Weg dorthin durch eine sehr schöne und grüne Hügellandschaft. Obwohl ich ein paar Mal dort war, um meine Mitfreiwillige Nina zu besuchen, habe ich nicht allzu viel von der Stadt gesehen, sie ist ähnlich wie Masaka unspektakulär, aber ganz schön, nur um einiges größer.

Mbale war der erste CRO-Standort und ist auch immer noch der größte Zweig, in dem meine Mitfreiwillige Hannah arbeitet. Ich war dort im November letzten Jahres auf Durchreise für einen Tag und jetzt Ende Juni noch einmal für eine Woche zum Praktikum. Mbale liegt im Osten Ugandas und relativ nah an der Grenze zu Kenia. Beliebte Ziele in der Nähe sind der Mount Vanale sowie der Mount Elgon und die Sipi-Falls.

Lira liegt eher im nördlichen Teil Ugandas. Dort befindet sich der vierte CRO-Zweig, in dem Hannah und ich im November ein Praktikum gemacht haben. Die Landschaft ist ganz anders, eigentlich flach, aber mit einer Art felsigen Hügeln, die wie riesige Felsbrocken plötzlich in der Ebene liegen. Ganz ohne weiter darüber nachzudenken, hatte ich davor gepackt: Für denNorden natürlich warme Sachen, denn im Norden ist es ja – natürlich – tja, in Uganda nicht kalt, sondern sogar heißer als in Masaka.

Gulu ist der nördlichste Punkt Ugandas, den ich in diesem Jahr gesehen habe. Wir sind dort von Lira aus noch für ein Wochenende hingefahren. Unter anderem haben wir uns den „Fort Patiko“ angesehen, ein ehemaliger Sammlungs- und Sortierungsplatz der Araber für Sklaven, heute ein Open-Air-Museum und Mahnmal, nach dem englischen Befreier auch Baker’s Fort genannt.

Auf dem Rückweg von Gulu nach Lira, haben wir angehalten, um die Karuma Falls zu sehen, Stromschnellen im Nil, beim östlichen Eingang des Murchison Falls NP. Dort gibt es an und auf der Straße ganz viele Affen, die wir mit einer Banane gefüttert haben.

Der Lake Bunyonyi (Kabale) liegt im äußersten Südwesten, ganz nah an der Grenze zu Ruanda. Für viele ist es der schönste Ort in Uganda, vielleicht auch, weil man im Lake Bunyonyi schwimmen kann. Aufgrund der Höhenlage ist es dort aber (vor allem nachts) sehr kalt. Ich war dort über Silvester mit drei Freunden und im März noch einmal mit Jakob. Beide Male haben wir auf einer Insel übernachtet. Man kann außerdem zu einem Aussichtspunkt wandern, einen traditionellen Heiler und eine Frau besuchen, die verschiedene Handarbeiten, Teller, Schalen, Armreifen usw. aus verschiedenen Materialien macht. Weiterhin kann man Kanu fahren, eine Bootstour machen oder über die Insel spazieren.

Die Ssese Islands (Kalangala auf der Hauptinsel) liegen im Viktoriasee. Man kann sie von Masaka aus oder mit der Fähre von Entebbe erreichen. Im Februar war ich dort mit Jakob für ein Wochenende. Wir hatten uns u.a. Fahrräder ausgeliehen, um uns die Insel anzuschauen. Hat nicht soo gut geklappt… Geeignete Fahrradwege oder detaillierte bzw. gar richtige Onlinekarten von der Insel sollte man eher nicht erwarten. Aber es war trotzdem schön und wir haben uns auch nicht verfahren, sind nur anfangs ein bisschen umhergeirrt. Die Inseln sind definitiv einen Besuch wert, sehr friedlich und schön. Wenn man allerdings öffentliche Verkehrsmittel benutzt, sollte man damit rechnen, selbst für ugandische Verhältnisse gequetscht zu werden: Auf dem Rückweg saßen wir mit 12 Erwachsenen und einem Kind in einem normalen Fünfsitzer.

Der Queen-Elizabeth-Nationalpark liegt im Westen, zwischen Kabale und Fort Portal. Auf der Rundreise mit Jakob war ich dort für zwei Nächte. Wir haben in Katunguru, einem Dorf in der Mitte des Parks übernachtet. An unserem ersten Abend stand ein Elefant auf dem Gelände unserer Lodge, das war schon ziemlich cool! Auch sonst haben wir bei einer Bootsfahrt viele Elefanten gesehen, außerdem Hippos, Büffel, Warzenschweine, Seeadler und hunderte anderer Vögel. Bei einer geführten Tour durch Natur und Community haben wir einiges über die Geschichte des Parks, die Kultur der Bewohner und aktuelle Herausforderungen gehört. Beispielsweise gibt es dort noch nicht lange Strom, es wird eine neue Schule gebaut und die Straße wird neu gemacht.

Fort Portal ist eine Stadt im Westen Ugandas und bekannt für die umliegenden Kraterseen. Wir waren im botanischen Garten und bei einer Art Höhle mit Tropfsteinen und Wasserfall

Der Murchison Falls Nationalpark ist der größte Nationalpark Ugandas. Seinen Namen hat er aufgrund der beeindruckenden Wasserfälle im Nil, der durch den Park hindurch fließt (in der Region „Viktoria-Nil“ genannt). Wir haben etwas außerhalb in Masindi übernachtet und sind von dort aus für einen Tag in den Park gefahren, um morgens bei einem Game Drive die tierischen Bewohner zu sehen und nachmittags nach einer kurzen Wanderung die Wasserfälle zu bestaunen.

Hoima liegt ganz in der Nähe von Masindi, also auch im Westen Ugandas. Freunde von mir aus Kampala bauen dort in der Nähe eine Lodge, zu der sie mich für ein Wochenende mitgenommen haben. Von dort aus hat man einen guten Blick auf den Lake Albert. Vor allem nachts ist das etwas ganz Besonderes, weil hunderte von Fischerbooten mit Lichtern auf den See fahren, um die Mücken anzulocken, damit wiederum die Fische kommen. Das nennt sich dann „Night of thousand lights“ (Nacht der tausend Lichter) und sieht noch schöner aus, als ich es mir vorgestellt hatte.

Kenia

Von Mbale aus bin ich Anfang Juli zusammen mit Hannah für eine Woche nach Kenia gefahren. Durch unsere Arbeitsgenehmigung sind wir „East African Residents“, weshalb wir für Ruanda und Kenia kein Visum zahlen müssen. Nairobi, die Hauptstadt Kenias, liegt recht zentral, aber eher südlich in Kenia. Wir haben dort bei Freiwilligen übernachten können. Weil wir tagsüber gefahren sind (dummerweise, aber wir wollten auf dem Weg u.a. den Nakuru-See mit Flamingos sehen), sind wir erst Samstag spätabends dort angekommen. Am Sonntag waren wir in einem Elefanten-Waisenhaus. Jaa, da gehen alle Herzen auf! Leider öffnet es nur eine Stunde am Tag und gibt es dort zu viele Touristen, sodass wir mit gefühlt 500 anderen, hauptsächlich weißen Touris um das Gehege herumstanden. Später waren wir im Nationalmuseum, was sehr interessant über Kultur, Geschichte und Natur Kenias informiert. Außerdem gehört zu dem Museum eine Art Reptilienhaus („Snake park“), in dem wir eine Python halten durften.

Kimana liegt im Süden Kenias, gegenüber vom Kilimandjaro, den wir unbedingt sehen wollten, weshalb wir auf halber Strecke nach Mombasa umgestiegen sind und einen Abstecher nach Kimana gemacht haben. Wir sind dort eine Nacht geblieben und sind morgens um 6 aufgestanden, aber leider war es dicht bewölkt. Statt dem Kilimandjaro beim Sonnenaufgang haben wir immerhin auf der anderen Straßenseite Giraffen in freier Wildbahn gesehen, was auch ziemlich cool war. Nachdem wir ihnen ein bisschen hinterher gelaufen sind und dann gefrühstückt hatten, wurden wir mit blauem Himmel und Sonnenschein beschenkt, sodass wir doch noch den Kilimandjaro sehen konnten, bevor es weiterging. Auf der Fahrt haben wir am Straßenrand Zebras gesehen.

Mombasa liegt an der Küste des Indischen Ozeans und ist mit seinen weißen Bilderbuchstränden ein Touristenmagnet, der auch uns angelockt hat. Neben den Stränden bietet die Stadt eine schöne Altstadt mit kleinen Gässchen und im Fort Jesus ein Museum. Wir waren an beiden Tagen zum Sonnenaufgang am Strand, am ersten mit Schwimmen, am zweiten haben wir Dromedare getroffen, die einfach frei am Strand herumspaziert sind und gerne bereit waren, sich kraulen zu lassen und mit uns ein Foto zu machen.

In Eldoret haben wir auf dem Rückweg einen Stopp eingelegt, um Hannahs Nachbarn zu besuchen, die eigentlich aus Kenia kommen und gerade zuhause waren. Sie haben uns sehr sehr gastfreundlich aufgenommen und uns ein bisschen die Umgebung gezeigt. Dann ging es aber auch wieder nach Hause, d.h. für mich erst mal nach Mbale, dann nach Kamapala und endlich Masaka!

Ich danke allen lieben und hilfsbereitenMenschen, die mich auf meinen Reisen begleitet, aufgenommen oder mir geholfen haben! Ich habe Freundschaften geschlossen und viele wundervolle Dinge erlebt, aber auch durch schiefgelaufene oder unschöne Dinge Erfahrungen gemacht, die ich nicht missen möchte.

Beste Grüße aus Uganda und bis bald,
Elisabeth Namuli Jeruko (mein neuer kenianischer Name)

 

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